Herz · Verstand · Körper
Die offene See kann ruhig und einladend wirken und im nächsten Moment stürmisch und angsteinflössend sein. Bei hohem Wellengang ist es ein Wagnis, ein Schiff durch den Sturm zu navigieren — und wie das Schiff werden die Passagiere hin und her gewirbelt.
In dieser Metapher ist das Herz die See, das Schiff unser Geist und die Passagiere unser Körper. Unsere Emotionen beruhigen zu lernen ist schlussfolgernd von hoher Wichtigkeit.
Im Taekwon-Do gilt, beim Betreten der Matte, die Einstellung nur an die Tätigkeit zu wenden und jegliche Beziehung zur nächsten Person zu vergessen. Emotionale Auf und Abs sind genau so ein Verlust der eigenen Beherrschung wie wenn einem bei der Arbeit der Kragen platzt. In den Worten von Grossmeister Kwon:
— Kwon, Jae-Hwa, Zen Kunst der Selbstverteidigung
Sind meine Emotionen ausser Kontrolle, herrscht hoher Wellengang, das Schiff zu navigieren (unser Verstand) wird verunmöglicht — und die Folge daraus ist, dass das Schiff (unser Körper) an einen Ort geführt wird, der nicht unserem ursprünglichen Ideal entspricht. Fehlt uns die emotionale Ruhe, sind unsere Ziele unerreichbar.
Nicht umsonst ist Do die Lehre des Weges. Die Art und Weise wie der Weg gegangen wird, steht im Fokus. Höhenflüge sowie Abstürze sollen gemieden werden. Die innere Balance führt stetig voran und alle Arten von Ungleichgewicht — wie übertriebener Ehrgeiz oder Gier — können mit diesem Verständnis vermieden werden.
Zwischen Höhen und Tiefen finden wir die Mitte, zwischen Zukunft und Vergangenheit das Jetzt, zwischen Himmel und Erde den Menschen, zwischen Geist und Materie das Herz. Wer seinen Weg mittig, im Jetzt seiend, menschlich und mit Herz begeht, wird sicherlich ein erfülltes Leben führen.
— Monade