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Taekwondo-Gürtel: Reihenfolge, Farben und Bedeutung

Schwarzgurt im traditionellen Taekwon-Do — Gürtelreihenfolge und Bedeutung

Welche Gürtel gibt es im Taekwondo, in welcher Reihenfolge kommen sie, und was bedeuten die Farben? Hier die vollständige Übersicht — so, wie wir sie im traditionellen Taekwon-Do trainieren und prüfen. Wer den Weg lieber scrollt als liest: Auf unserer Center-Seite gibt es den Gürtelweg als interaktive Reise.

Die Reihenfolge der Taekwondo-Gürtel (Kup-System)

Schülergrade heissen Kup und werden rückwärts gezählt — vom 10. Kup (Anfänger) bis zum 1. Kup (letzte Stufe vor dem Schwarzgurt). Danach folgen die Meistergrade, die Dan. Das ist die Reihenfolge im traditionellen Taekwon-Do:

10. Kup · Weissgurt
9. Kup · Weiss-Gelb
8. Kup · Gelbgurt
7. Kup · Gelb-Grün
6. Kup · Grüngurt
5. Kup · Grün-Blau
4. Kup · Blaugurt
3. Kup · Blau-Rot
2. Kup · Rotgurt
1. Kup · Rot-Schwarz
1. Dan · Schwarzgurt — danach 2. bis 9. Dan

Die Zwischenstufen (Weiss-Gelb, Gelb-Grün, Grün-Blau, Blau-Rot, Rot-Schwarz) tragen die nächste Farbe als Streifen: Der Schüler hat die Prüfung zur nächsten Farbe halb bestanden — die Technik ist da, die Reife wächst noch.

Was bedeuten die Gürtelfarben?

Die Farben erzählen die Geschichte einer wachsenden Pflanze — von der Unschuld bis zur Meisterschaft:

Weiss steht für die Unschuld: der Schüler am Anfang des Weges, noch ohne Wissen über Taekwon-Do. Gelb ist die Erde, in der die Pflanze wurzelt — die Grundtechniken nehmen Form an. Grün ist die wachsende Pflanze: Die Technik entfaltet sich und gewinnt an Kraft. Blau ist der Himmel, dem der Baum entgegenwächst — das Training wird zur Selbstverständlichkeit. Rot ist die Gefahr: Warnung an den Gegner und Mahnung zur Selbstbeherrschung. Schwarz ist das Gegenteil von Weiss: Reife und Meisterschaft, unempfindlich gegenüber Dunkelheit und Furcht — und zugleich ein neuer Anfang.

Wie läuft eine Gürtelprüfung ab?

Prüfungen finden bei uns mehrmals im Jahr statt, für Kinder wie für Erwachsene. Geprüft werden vier Bereiche: Grundtechniken (Stellungen, Blöcke, Schläge, Kicks), die Hyong — festgelegte Formen, die mit jedem Grad länger und anspruchsvoller werden —, Partnerübungen und Selbstverteidigung sowie die Theorie: Begriffe, Geschichte und die fünf Grundsätze des Taekwon-Do. Ab den höheren Kup-Graden kommt der Bruchtest dazu — der sichtbare Beweis, dass Technik, Fokus und Selbstvertrauen zusammenfinden. Zur Prüfung wird man vom Lehrer eingeladen, wenn er die Reife sieht; niemand wird gedrängt, niemand übergangen.

Wie lange dauert es bis zum Schwarzgurt?

Bei zwei bis drei Trainings pro Woche erfahrungsgemäss vier bis sechs Jahre — Kinder brauchen meist etwas länger, weil Reife nicht beschleunigt werden kann. Zwischen den Kup-Prüfungen liegen typischerweise drei bis sechs Monate, die Wartezeiten wachsen mit dem Grad. Und ehrlich gesagt ist die Frage nach der Dauer die falsche: Der Schwarzgurt ist kein Ziel, das man erreicht, sondern ein Weissgurt, der niemals aufgegeben hat. Wer wegen des Schwarzgurts anfängt, hört meist beim Grüngurt auf. Wer wegen des Trainings anfängt, steht irgendwann in Schwarz auf der Matte und wundert sich, wie schnell die Jahre vergangen sind.

Dan-Grade: Der Weg nach dem Schwarzgurt

Mit dem 1. Dan beginnt das eigentliche Lernen. Die Meistergrade reichen bis zum 9. Dan; zwischen den Stufen liegen Jahre der Vertiefung, ab dem 4. Dan spricht man von Meistern, ab dem 7. Dan von Grossmeistern. Schulleiter Mario D'Elena trägt den 3. Dan und ist Schüler von Grossmeister Salvatore Terranova (Traditional Taekwon-Do Center Terranova, Zürich), der in der Linie von Grossmeister Kwon Jae-Hwa steht — dem Pionier des traditionellen Taekwon-Do in Europa seit 1965.

Traditionelles Taekwon-Do oder olympisches Taekwondo — gleiche Gürtel?

Die Farbfolge ist ähnlich, der Inhalt nicht. Im olympischen Taekwondo (WT) stehen Wettkampf und Punkte im Zentrum, die Formen heissen Poomsae. Im traditionellen Taekwon-Do, wie wir es trainieren, gibt es keinen Wettkampf: Geprüft wird die Kunst — Hyong, Technik, Selbstverteidigung, Haltung. Ein Gürtel bescheinigt bei uns nicht, wen du besiegen kannst, sondern wer du geworden bist.

Häufige Fragen zu Taekwondo-Gürteln

Der 9. Dan, ein Schwarzgurt. Er wird nur wenigen Grossmeistern nach Jahrzehnten verliehen. Für Schüler ist der 1. Dan das erste grosse Ziel — und der Beginn des eigentlichen Weges.

Ja, das kommt vor — und ist keine Schande. Meist wird eine Zwischenstufe (Streifen) vergeben, und die Prüfung wird nach weiterer Übung wiederholt. Wer zur Prüfung eingeladen wird, ist in der Regel bereit.

Ja, die Farbfolge ist identisch. Die Anforderungen sind altersgerecht, und Kinder tragen bis zur Volljährigkeit in vielen Schulen den Poom-Grad statt des vollen Dan — die schwarze Farbe bleibt dieselbe.

Der erste Gürtel ist der einfachste: Er liegt in jedem Dobok. Den bekommst du bei uns nach dem Probetraining — die ersten zwei sind gratis.

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