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Selbstverteidigung für Frauen: Was wirklich schützt

Selbstverteidigung für Frauen — Kick im Taekwon-Do-Training in Winterthur

«Kann ich mich damit wirklich verteidigen?» — die Frage, die uns Frauen am häufigsten stellen, verdient Ehrlichkeit statt Werbung. Ja: Traditionelles Taekwon-Do wurde als Selbstverteidigung entwickelt, nicht als Wettkampfsport, und seine Techniken nutzen Beinkraft, Reichweite und Reaktion statt Muskelmasse. Aber keine Technik der Welt macht unverwundbar. Was Selbstverteidigung wirklich ausmacht, beginnt lange vor dem ersten Kick.

Vier Stufen — und nur die letzte ist körperlich

Die meisten gefährlichen Situationen werden nicht mit Technik entschieden, sondern davor: durch Erkennen (eine Situation früh als riskant einschätzen), Präsenz (Körperhaltung, Blick, Stimme — das, was jemanden gar nicht erst als Ziel erscheinen lässt) und Grenzen setzen (laut, klar, ohne Entschuldigung). Erst die vierte Stufe ist körperlich: sich lösen, Distanz schaffen, weg. Das ist keine Weichspülung, sondern Stand der Forschung: Ein randomisiert geprüftes Programm, das Risikoerkennung, verbale und körperliche Selbstverteidigung kombiniert, halbierte bei 893 Studentinnen das Risiko versuchter und vollendeter sexueller Übergriffe im Folgejahr1; die Wirkung hielt über zwei Jahre an2. Alle vier Stufen gehören in ein ernsthaftes Training — bei uns sind sie Teil jedes Erwachsenentrainings.

Warum Taekwon-Do für Frauen funktioniert

Beine statt Muskelmasse: Die Beinmuskulatur ist die stärkste des Körpers — bei jeder Frau. Taekwon-Do baut seine Verteidigung darauf: Tritte auf tiefe Ziele, Distanz halten, die Reichweite nutzen, die ein Angreifer mit den Armen nicht hat. Haltung, die man sieht: Wer regelmässig in Stellung steht, Techniken mit Kraft ausführt und den Kampfschrei (Kiap) übt, trägt das hinaus — aufrechter Gang, ruhiger Blick, klare Stimme. Das ist die Selbstverteidigung, die man nie anwenden muss. Ohne Vollkontakt, ohne Ego: Kein Sparring, kein Wettkampf. Befreiungen und Reaktionen übst du kontrolliert, angeleitet, in deinem Tempo — in einer gemischten Gruppe, in der Respekt nicht verhandelbar ist und zwei Assistenztrainerinnen mit auf der Matte stehen.

Was du konkret lernst

Stand und Gleichgewicht, damit du nicht umgestossen wirst. Befreiung aus Griffen an Handgelenk, Arm, Kleidung und Haaren. Distanztechniken mit den Beinen auf verletzliche Ziele. Blöcke und Ausweichen. Die Stimme als Werkzeug. Und mit der Zeit die Formen (Hyong), in denen all das zu Reflexen wird, die ohne Nachdenken abrufbar sind. Was wir nicht versprechen: eine Wunderwaffe in drei Abenden. Selbstverteidigung ist ein Weg — deshalb ist sie bei uns Teil eines Trainings, das du gern besuchst, statt eines Kurses, den man abhakt.

Gibt es einen reinen Frauenkurs?

Nein — und das ist Absicht. Selbstverteidigung ist Bestandteil des regulären Erwachsenentrainings (Mo/Mi/Fr 19:00). Wer sich zuerst in Ruhe ein Bild machen will, kommt einfach zuschauen oder zum Probetraining; die ersten zwei sind gratis. Mädchen trainieren ab 5 Jahren im Kindertraining, ab 13 bei den Jugendlichen — altersgerecht, mit dem Schwerpunkt auf Grenzen setzen, Körpergefühl und Selbstvertrauen.

Quellen

1 Senn CY et al.: Efficacy of a Sexual Assault Resistance Program for University Women. New England Journal of Medicine 372(24), 2015.
2 Senn CY et al.: Secondary and 2-Year Outcomes of a Sexual Assault Resistance Program for University Women. Psychology of Women Quarterly 41(2), 2017.

Mehr zum Training: Taekwon-Do für Erwachsene. Oder direkt ausprobieren — Montag, Mittwoch oder Freitag um 19:00 Uhr, Sportkleidung genügt.

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